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Kann die Adoption wieder "beseitigt" werden?

Durch die Adoption wird ein Status geschaffen, der grundsätzlich auf Dauer angelegt ist. Da die Adoption aufgrund eines gerichtlichen Beschlusses ausgesprochen wird, können der Annehmende und das Kind die Adoption auch nicht einvernehmlich aufheben. Eine Beseitigung der Adoption ist auf zwei Wegen denkbar:

a) Aufhebung der Adoption mit Wirkung für die Zukunft

Die Adoption kann auf Antrag vom Familiengericht aufgehoben werden, wenn es ohne Antrag des Annehmenden, ohne die Einwilligung des Kindes oder ohne die erforderliche Einwilligung eines Elternteils begründet worden ist. Antragsberechtigt ist nur derjenige, ohne dessen Antrag oder Einwilligung das Kind angenommen worden ist. An einem Antrag oder einer Einwilligung fehlt es, wenn dieser nie erklärt worden ist oder wenn er unwirksam ist. Unwirksam ist ein Antrag oder eine Einwilligung nur dann, wenn die Erklärung an einem in § 1760 Abs. 2 BGB genannten Mangel leidet (wenn er z.B. durch arglistige Täuschung über wesentliche Umstände oder widerrechtlich durch Drohung zur Erklärung bestimmt worden ist. Der Antrag hat keinen Erfolg, wenn im Zeitpunkt der Antragstellung bereits drei Jahre seit der Adoption vergangen sind. Die Adoption darf nicht aufgehoben werden, wenn dadurch das Wohl des Kindes erheblich gefährdet würde, es sei denn, dass überwiegende Interessen des Annehmenden die Aufhebung erfordern.

Solange das Kind noch minderjährig ist, kann das Familiengericht die Adoption von Amts wegen aufheben, wenn dies aus schwerwiegenden Gründen zum Wohl des Kindes erforderlich ist. Wurde das Kind von einem Ehepaar adoptiert, so kann auch nur das zwischen dem Kind und einem Ehegatten bestehende Annahmeverhältnis aufgehoben werden.

Mit der Aufhebung der Adoption erlöschen das durch sie begründete Verwandtschaftsverhältnis des Kindes und seiner Abkömmlinge zu den bisherigen Adoptivverwandten und die sich aus ihm ergebenden Rechte und Pflichten. Gleichzeitig leben das Verwandtschaftsverhältnis des Kindes und seiner Abkömmlinge zu den leiblichen Verwandten des Kindes und die sich aus ihm ergebenden Rechte und Pflichten, mit Ausnahme der elterlichen Sorge, wieder auf. Das Familiengericht hat den leiblichen Eltern die elterliche Sorge zurück zu übertragen, wenn und soweit dies dem Wohl des Kindes nicht widerspricht; andernfalls bestellt es einen Vormund oder Pfleger. Besonderheiten gelten, wenn das Kind durch Ehegatten adoptiert wurde und die Adoption nur im Verhältnis zu einem Ehegatten aufgehoben wird.

b) Durchführung einer erneuten Adoption

Ist das Kind noch minderjährig, und wurde die Adoption nicht aufgehoben und lebt noch mindestens einer der Adoptiveltern, so kann das Kind nicht ein zweites Mal adoptiert werden ("Verbot der Kettenadoption", § 1742 BGB). Eine Ausnahme besteht nur, wenn der Ehegatte das Kind des Annehmenden adoptieren will. Beim Tod der Adoptiveltern kann das minderjährige Kind dagegen erneut adoptiert werden.

Ist das Kind volljährig, so kann es erneut nach den Vorschriften der Erwachsenenadoption adoptiert werden. § 1742 BGB gilt bei der Erwachsenenadoption nicht (§ 1768 Abs. 1 Satz 2 BGB).



 

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