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Die Folgen der Adoption

a) Begründung einer neuen Abstammung und Verwandtschaft

Durch die Adoption erlangt das Kind die rechtliche Stellung eines gemeinschaftlichen Kindes der Ehegatten (dies gilt auch bei der Stiefkindadoption). Die elterliche Sorge steht den Ehegatten gemeinschaftlich zu. Die Adoption begründet im wechselseitigen Verhältnis zwischen den Adoptiveltern und ihren Verwandten im Verhältnis zu dem Kind ein verwandtschaftliches Verhältnis (wie wenn das Kind ein leibliches Kind wäre). Aus der Verwandtschaft folgen Erb- und Pflichtteilsrechte sowie Unterhaltspflichten.

b) Auswirkungen auf das Verwandtschaftsverhältnis zu den leiblichen Eltern

Mit der Annahme erlöschen das Verwandtschaftsverhältnis des Kindes und seiner Abkömmlinge zu den bisherigen Verwandten und die sich aus ihm ergebenden Rechte und Pflichten (bei der Stiefkindadoption gilt dies nur im Verhältnis zu dem anderen Elternteil). Sind die Annehmenden jedoch mit dem Kind im zweiten oder dritten Grad verwandt oder verschwägert, so erlöschen nur das Verwandtschaftsverhältnis des Kindes und seiner Abkömmlinge zu den Eltern des Kindes und die sich aus ihm ergebenden Rechte und Pflichten; die Verwandtschaftsbeziehungen zu den sonstigen Verwandten des Kindes bleiben in diesem Fall unberührt.

Ansprüche des Kindes, die bis zur Annahme entstanden sind, insbesondere auf Renten, Waisengeld und andere entsprechende wiederkehrende Leistungen, werden durch die Annahme nicht berührt. Unterhaltsansprüche des Kindes gegen seine bisherigen Verwandten erlöschen für die Zukunft. Bereits bezahlter Unterhalt ist jedoch nicht zurück zu erstatten. Ansprüche auf rückständigen Unterhalt bleiben durch die Adoption unberührt.

Durch die Adoption unberührt bleiben Rechtsfolgen, die an die leibliche Abstammung anknüpfen. Daher bleibt das Ehehindernis der Verwandtschaft bestehen. Das auf Verwandtschaft oder Schwägerschaft beruhende Zeugnisverweigerungsrecht erlischt ebenfalls nicht durch eine Adoption.

c) Auswirkungen auf den Namen des Kindes

Führen die Ehegatten einen gemeinsamen Familiennamen, so wird dieser Name der Geburtsname des Kindes (darauf kann nicht verzichtet werden!). Das Familiengericht kann auf Antrag dem neuen Familiennamen den bisherigen Familiennamen voranstellen oder anfügen (Doppelname), wenn dies aus schwerwiegenden Gründen zum Wohl des Kindes erforderlich ist. Führen die Ehegatten dagegen keinen gemeinsamen Ehenamen, haben sie vor dem Ausspruch der Adoption durch das Familiengericht den Geburtsnamen des Kindes durch öffentlich beglaubigte Erklärung gegenüber dem Familiengericht zu bestimmen. Auch in diesem Fall kann das Familiengericht dem neuen Familiennamen den bisherigen Familiennamen voranstellen oder anfügen (Doppelname), wenn dies aus schwerwiegenden Gründen zum Wohl des Kindes erforderlich ist. Treffen sie keine Bestimmung, so behält das Kind seinen bisherigen Geburtsnamen.

Das Familiengericht kann auf Antrag des Annehmenden mit Einwilligung des Kindes mit dem Ausspruch der Adoption Vornamen des Kindes ändern oder ihm einen oder mehrere neue Vornamen beigeben, wenn dies dem Wohl des Kindes entspricht.

 

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