Willkommen!
Prof. Dr. Jörg W. Britz
Dr. Dr. Ingo Ludwig
Team
Tätigkeitsbereiche
Infothek
Vorlesung Prof. Dr. Britz
Datenschutzerklärungen
Sitemap
Kontakt | Impressum
Adoption
Beitragsinhalt
Was bedeutet Adoption?
Adoptionsvermittlung
Adoptionsverfahren
Voraussetzungen einer Adoption
Unterlagen für das Gericht
Muster einer ärztlichen Bescheinigung
Die Folgen der Adoption
Adoption „beseitigen“?
Kosten einer Adoption
Besonderheiten einer Erwachsenenadoption
Drucken Gesamten Artikel drucken
Drucken Aktuelle Seite drucken

Die Voraussetzungen für eine Adoption

a) Alter des Annehmenden, Altersunterschied zum Kind Wenn Ehegatten ein Kind gemeinsam annehmen wollen, muss ein Ehegatte mindestens 25 Jahre alt und der andere Ehegatte mindestens 21 Jahre alt sein. Bei der Stiefkindadoption muss der Annehmende mindestens 21 Jahre alt sein.

Ein Höchstalter sieht das Gesetz für den Annehmenden nicht vor. Das Alter kann jedoch bei der Frage eine Rolle spielen, ob die Adoption dem Wohl des Kindes dient (heranwachsende Kinder benötigen belastbare Eltern!).

Einen Altersabstand zwischen dem Annehmenden und dem Kind verlangt das Gesetz nicht. Ein zu geringer Altersabstand oder ein zu großer Altersabstand können jedoch dagegen sprechen, dass ein Eltern-Kind-Verhältnis begründet wird (dazu Buchstabe b).

b) Eltern-Kind-Verhältnis

Eine Adoption begründet eine rechtliche Verbindung zwischen Adoptiveltern und dem Kind. Daher darf eine Adoption nur dann ausgesprochen werden, wenn zu erwarten ist, dass zwischen dem Annehmenden und dem Kind ein Eltern-Kind-Verhältnis entsteht. Um diesen Nachweis zu erleichtern, soll die Annahme in der Regel erst ausgesprochen werden, wenn der Annehmende das Kind eine angemessene Zeit in Pflege hatte (§ 1745 BGB).

c) Wohl des Kindes

Die Annahme muss dem Wohl des Kindes dienen. Dies ist der Fall, wenn sie dessen Lebensbedingungen im Vergleich zu seiner gegenwärtigen Lage so ändert, dass eine merklich bessere Entwicklung der Persönlichkeit des Kindes zu erwarten ist. Die mit der Annahme verbundenen Vorteile und Nachteile sind gegeneinander abzuwägen. Dabei sind insbesondere die Eignung des Annehmenden, für das Wohl des Kindes zu sorgen, und seine sozialen Verhältnisse von entscheidender Bedeutung (z.B. Alter, körperliche Leistungsfähigkeit, Charakter, Wohn- und Vermögensverhältnisse, berufliche und gesellschaftliche Stellung) zu berücksichtigen. Nähere Informationen findet man in den Empfehlungen zur Adoptionsvermittlung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter (abrufbar auf der Internetseite www.bagljae.de).

d) Keine entgegenstehenden Interessen Dritter

Die Adoption darf nicht ausgesprochen werden, wenn ihr überwiegende Interessen der Kinder des Annehmenden oder des anzunehmenden Kindes entgegenstehen oder wenn zu befürchten ist, dass Interessen des Adoptivkindes durch Kinder des Annehmenden gefährdet werden. Vermögensrechtliche Interessen sollen nicht ausschlaggebend sein.

e) Einwilligungen des Kindes, der Eltern des Kindes und von Ehegatten

Durch die Adoption wird ein bestehendes verwandtschaftliches Verhältnis beendet und ein neues verwandtschaftliches Verhältnis begründet. Dies berührt die Interessen der von der Adoption betroffenen Personen (leibliche Eltern, Adoptivkind) sowie der Ehegatten des Annehmenden und des Kindes (sofern dieses bereits verheiratet ist). Aus diesem Grund sieht das Gesetz vor, dass folgende Personen in die Adoption in notarieller Urkunde einwilligen müssen:
  • das Adoptivkind: Ist das Kind noch nicht 14 Jahre alt, muss der gesetzliche Vertreter die Einwilligung für das Kind erteilen. Ist das Kind bereits 14 Jahre alt, so muss das Kind die Einwilligung selbst erteilen, bedarf dazu jedoch der Zustimmung seines gesetzlichen Vertreters.
  • die Eltern des Adoptivkindes: Der Einwilligung bedarf es nicht, wenn der betreffende Elernteil zur Abgabe einer Erklärung aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen dauernd außerstande oder sein Aufenthalt dauernd unbekannt ist. Auf Antrag des Kindes kann die Einwilligung eines Elternteils unter bestimmten Voraussetzungen durch das Familiengericht ersetzt werden.
  • der Ehegatte des Annehmenden (bei der Stiefkindadoption) und der Ehegatte des Kindes (sofern dieses verheiratet ist): Die Einwilligung ist nicht erforderlich, wenn der Ehegatte zur Abgabe der Erklärung dauernd außerstande oder sein Aufenthalt dauernd unbekannt ist.

Mit der Wirksamkeit der Einwilligung ist diese unwiderruflich. (Eine Ausnahme gilt für die Einwilligung des Kindes, das bereits 14 Jahre alt ist). Die Einwilligung wird in dem Zeitpunkt wirksam, in dem sie dem Familiengericht zugegangen ist.

Mit der Wirksamkeit der Einwilligung eines Elternteils des Kindes ruht die elterliche Sorge dieses Elternteils, und die Befugnis zum persönlichen Umgang mit dem Kind darf nicht mehr ausgeübt werden. Ist die Einwilligung eines Elternteils wirksam und wurde das Kind in die Obhut des Annehmenden mit dem Ziel der Adoption aufgenommen, so ist der Annehmende dem Kind vor den Verwandten des Kindes zur Gewährung des Unterhalts verpflichtet.



 

© Notare Prof. Dr. Jörg W. Britz & Dr. Dr. Ingo Ludwig 2002 - 2019